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Lebensversicherung Beiträge steuerlich geltend machen

von | Aug 2, 2019 | Lebensversicherung | 0 Kommentare

Ein Leben ist nicht nur lieb, sondern auch teuer – was sich letztlich auch in den Beiträgen zur Lebensversicherung spiegelt. Die finanzielle Absicherung der eigenen Familie vor Risiken wie Invalidität, Berufsunfähigkeit oder Tod beziehungsweise die kombinierte Kapitalbildung als Altersvorsorge machen im Jahr mehrere hundert Euro und darüber hinaus aus. Schon aus dem Gefühl heraus erscheinen diese hohen Aufwendungen nötig und wichtig und sollten auch steuerlich anrechenbar sein, oder? Wir klären auf, inwiefern Ihre Lebensversicherung steuerlich absetzbar ist und wo genau die Beträge in die Einkommenssteuererklärung eingetragen werden müssen. Außerdem zeigen wir Ihnen, warum die Kündigung Ihrer Lebensversicherung immer die schlechteste Wahl ist und was Sie alternativ tun können.

(Wie) Kann ich eine Lebensversicherung oder deren Beiträge steuerlich geltend machen?

Grundsätzlich können Lebensversicherungen steuerlich geltend gemacht werden. Allerdings gelten für die beiden Arten, die Risikolebensversicherung und die kapitalbildenden Lebensversicherungen, unterschiedliche Regeln.

Die Risikolebensversicherung in der Einkommenssteuererklärung angeben

Bei der Risikolebensversicherung handelt es sich um eine ganz klassische Vorsorgeleistung. 
Daher dürfen die Beiträge zur Risikolebensversicherung als Vorsorgeaufwendungen (Sonderausgaben) abgesetzt werden. Allerdings hat der Gesetzgeber die Höhe der Vorsorgeleistungen gedeckelt: Für Arbeitnehmer gilt eine Höchstgrenze von 1.900 Euro im Jahr, für Selbständige liegt sie höher bei 2.800 Euro. Da hierzu auch Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, zur Rentenversicherung, zur Haftpflichtversicherung oder auch zur Berufsunfähigkeitsversicherung zählen, kann es sein, dass der Höchstbetrag schon ausgeschöpft ist und Ihre Beiträge zur Risikolebensversicherung nicht mehr berücksichtigt werden.

Wo wird die Risikolebensversicherung in der Steuererklärung eingetragen?

Ihre Beiträge zur Risikolebensversicherung tragen Sie in der Anlage Vorsorgeaufwand als Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen in die Zeile 50 Beiträge zu Unfall- und Haftpflichtversicherungen sowie Risikolebensversicherungen, die nur für den Todesfall eine Leistung vorsehen ein.

Die Kapitallebensversicherung in der Einkommenssteuererklärung angeben

Bis 2005 galten Kapitallebensversicherungen wie Risikolebensversicherungen als Vorsorgeaufwendungen, die geltend gemacht werden konnten. Nach der neuen Einschätzung stuft der Gesetzgeber sie als Geldanlage ein, die nur unter bestimmten Voraussetzungen und dann auch nur zur Hälfte absetzbar sind. Entscheidend bei kapitalgedeckten Lebensversicherungen ist demnach also der Zeitpunkt des Abschlusses.

Abschluss Kapitallebensversicherung vor 2005

Bei den älteren Verträgen können die Beiträge zur Kapitallebensversicherung als Vorsorgeaufwendungen vollständig von der Steuer abgesetzt werden. Der Auszahlbetrag am Ende der Vertragslaufzeit ist von der Steuer befreit, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Der Betrag wird als Einmalbetrag ausgezahlt
  • Laufzeit von mindestens zwölf Jahren
  • Der erste Zahlungseingang erfolgte bis zum 31. März 2005
  • Es wurden mindestens fünf Jahre lang Beiträge eingezahlt

Wird das angesparte Kapital monatlich ausgezahlt, muss der Ertragsanteil versteuert werden. Die Höhe der Steuer richtet sich nach dem Alter: je jünger desto höher die Steuerbelastung.

Abschluss Kapitallebensversicherung ab 2005

Bei den jüngeren Lebensversicherungen greift das Alterseinkünftegesetz, mit dem die Erträge voll steuerpflichtig sind. Die Begründung ist die, dass bei den kapitalbildenden Lebensversicherungen es anders als bei der Risikolebensversicherung nicht die gezielte Vorsorge für sich oder die Familie beabsichtigt ist, sondern vielmehr das eigene Vermögen maximiert werden soll. Vor 2005 galten auch diese Aufwendungen als eine Art der Vorsorge.

Wenn folgende Kriterien erfüllt sind, lässt sich die Steuerlasst auf die Hälfte reduzieren:

  • Mindestlaufzeit von zwölf Jahren
  • Einmalzahlung am Laufzeitende
  • Auszahlung erfolgt nach der Vollendung des 60. Lebensjahres (ab 2012: vollendetes 62. Lebensjahr)
  • Todesfallschutz macht mindestens 50 Prozent der Beitragssumme aus

Wo wird die Kapitallebensversicherung in der Steuererklärung eingetragen?

Ihre Beiträge zur Kapitallebensversicherung tragen Sie in der Anlage Vorsorgeaufwand als Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen – je nachdem was zutrifft – in die Zeile 51 Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht und / oder Kapitallebensversicherung mit einer Laufzeit von mindestens 12 Jahren sowie einem Laufzeitbeginn und der ersten Beitragszahlung vor dem 01.01.2005 oder in die Zeile 52 Rentenversicherungen ohne Kapitalwahlrecht […] ein.

Außerdem gilt auch hier, dass die Beitragskosten nur dann berücksichtigt können, wenn der abzugsfähige Höchstbetrag von 1.900 Euro (Arbeitnehmer, Rentner) bzw. 2.800 Euro (Selbständige) noch nicht ausgeschöpft ist.

Warum die Kündigung der Lebensversicherung immer ein Verlustgeschäft ist

Annähernd jeder zweite Versicherte kündigt seine Lebensversicherung vorzeitig. 
Sei es aus finanziellen Engpässen oder weil das Vertrauen in diese Anlageform durch sinkende Renditen erschüttert wurde. Eine Lebensversicherung ist so etwas wie ein Bund fürs Leben. Die meisten Policen werden beim Eintritt ins Berufsleben oder spätestens nach der Familiengründung geschlossen, sodass eine Laufzeit von 30 Jahren keine Seltenheit ist.

Allein 2015 haben die Deutschen Verträge im Wert von mehr als 13 Milliarden Euro abgebrochen. Was passiert bei einer Kündigung? Der Versicherte erhält lediglich den Rückkaufswert seiner Lebensversicherung. Die Ansprüche auf den Schlussüberschuss verfallen mehrheitlich. Vor allem am Anfang der Laufzeit ist der Rückkaufswert sehr gering und liegt weit unter dem, was der Versicherte bisher an Beiträgen eingezahlt hat. Das liegt daran, dass die monatlichen Beiträge zunächst die Abschlusskosten, Bearbeitungsgebühren oder das Inkasso finanziert. Erst zum Ende der Vertragslaufzeit steigt der Rückkaufswert. Hinzu kommt der Schlussüberschuss, der einen großen Teil, bis zu 20 Prozent, des Wertzuwachses ausmacht. Zusätzlich sollte man gewahr sein, dass bei der Kündigung der Lebensversicherung ein Stornoabschlag anfällt.

Daher ist es besser, wenn möglich, die Lebensversicherung nicht vorzeitig zu kündigen. Vor allem all diejenigen, dessen Verträge kurz vor der Auszahlung stehen, sollten durchhalten oder eine Alternative in Betracht ziehen, statt ihr Geld zu verschenken. Zum Vergleich: Die 3 bis 4 Prozent Garantiezinsen, die ältere Verträge häufig leisten, sind ein Vielfaches von dem, was Banken heute als Verzinsung bieten.

Eine Kündigung ist nur dann sinnvoll, wenn der Vertrag erst kürzlich geschlossen wurde und neue Analageprodukte mit weniger Sicherheiten wie Indexpolicen oder fondsgebundene Lebensversicherungen eine Option sind.

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Was sind die besten Alternativen zur Kündigung der Lebensversicherung?

Während eine Kündigung nur in manchen Fällen tatsächlich der beste Ausweg ist, lohnt es sich, Alternativen zu prüfen oder am besten Ihre Lebensversicherung von Versicherungsexperten prüfen zu lassen.

Alternativen zur Kündigung von Lebensversicherungen

  • die Verkürzung der Laufzeit
  • die Police verkaufen
  • den Vertrag beitragsfrei stellen
  • ein (kurzfristiges) Beleihen der Police

Der Vorteil der Verkürzung der Laufzeit einer Lebensversicherung liegt darin, dass Sie auf den wertvollen Schlussüberschuss nicht verzichten müssen. Wenn Sie sich mit Ihrem Versicherer einigen können, heißt es meist, dass die Lebensversicherung noch bis zu fünf Jahre weiterläuft.

Eine interessante Option ist die, die Lebensversicherung an einen Policenkäufer zu veräußern beziehungsweise diesem seine Ansprüche abzutreten. Die prognostizierte Rendite des Vertrags, das Alter des Versicherungsnehmers und die Kostenquote des jeweiligen Versicherers nehmen hier Einfluss auf den Kaufpreis. Durchschnittlich liegt dieser zwischen drei und fünf Prozent über dem Rückkaufswert.

Eine Beitragsfreistellung ist frühestens nach zwei bis drei Jahren möglich. Während die Beitragszahlung aussetzt, bleibt die Versicherung grundsätzlich bestehen und nur der Risikoschutz und die Versicherungssumme verringern sich entsprechend.

Policendarlehen sind ein Vorschuss auf die Versicherungsleistung. Sie können maximal so hoch sein wie der Rückkaufswert und müssen verzinst werden. Diese Zinsen werden mit der Auszahlung am Ende der Laufzeit verrechnet. Alternativ kann das Darlehen natürlich auch zurückgezahlt werden und die ursprüngliche volle Versicherungsleistung wiederhergestellt werden. Ein Rechtsanspruch darauf besteht allerdings nicht.

Wege, um die Beiträge zur Lebensversicherung zu senken

  • Umstellung der Zahlungsweise
  • Versicherungssumme herabsetzen

Eine monatliche Zahlung ist für viele angenehmer und besser zu leisten als die Jahreszahlung. Allerdings schlagen die meisten Lebensversicherer durch die verursachten höheren Verwaltungsgebühren Kosten auf. Prüfen Sie auch, ob die Senkung der Versicherungssumme und damit auch geringere Beiträge für Sie in Frage kommen.