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Zur Rolle der Lebensversicherung in der modernen Altersvorsorge

Geschrieben von: 
Björn Kotzan
Kategorie: 
Veröffentlicht am: 
18. Februar 2024

Lohnt es sich überhaupt noch, für das Alter vorzusorgen? Vor dem Hintergrund, dass die gesetzliche Rente allein für ein Auskommen nicht ausreicht, lautet die eindeutige Antwort: Absolut! Die private Altersvorsorge zum Beispiel in Form einer Lebensversicherung ist sogar wichtiger denn je. Denn das System der gesetzlichen Rentenversicherung funktioniert aufgrund des demografischen Wandels immer weniger wie ursprünglich gedacht. Globale Entwicklungen und Krisen sorgen zudem dafür, dass auch Lebensversicherungen als eine beliebte Form der privaten Vorsorge angepasst werden müssen, um weiterhin ausreichend Gewinn „abzuwerfen“. Daher ist diese Frage durchaus berechtigt: Welche Rolle spielt die Lebensversicherung in der modernen Altersvorsorge noch?

Die Herausforderungen bei der Altersvorsorge

Laut dem Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wird Altersarmut bis 2030 weiter ansteigen, weil die gesetzliche Rente für die meisten Menschen in Deutschland nicht ausreicht. Längere Ausbildungszeiten, frühere Rentenbeginne, eine steigende Lebenserwartung, Geburtenrückgang führen dazu, dass zunehmend mehr Rente beziehen als arbeiten und in die Rentenkasse einzahlen. So müssen immer weniger Beitragszahlende immer mehr Menschen in Rente finanzieren. Rentenkürzungen und infolgedessen Versorgungslücken sind die Folge.

Die Herausforderung der privaten Altersvorsorge in Zahlen:

Der steuerpflichtige Teil der Rente wird schrittweise bis 2040 erhöht: Während Durchschnittsverdiener 2003 noch 53,3 Prozent ihres Nettoeinkommens als Rente erhielten, sind es 2030 voraussichtlich nur noch 47,6 Prozent.

Hinzu kommen weitere schwierige Rahmenbedingungen wie die Energiekrise, eine Inflation auf weiterhin hohem Niveau, die einen hohen Kostendruck verursacht, eine rezessive Wirtschaftsentwicklung, die Zinswende, neue regulatorische Anforderungen und ein zunehmender digitaler Wettbewerb in der Branche.

So funktioniert Altersvorsorge bisher …

Das Alterseinkünftegesetz teilt das deutsche Altersvorsorgesystem anschaulich in diese drei Schichten ein:

Das 3-Schichten-Modell der Altersvorsorge, Grafik: Kvoptimal.de

Bei der Altersvorsorge in Deutschland können Beschäftigte demnach passende Versicherungs- bzw. Anlageprodukte frei auswählen, um die eigene Rentenlücke zu schließen.

Wie die Höhe der Basisrente bei Renteneintritt (1. Schicht) voraussichtlich ausfällt, lässt sich der jährlichen Renteninformation des zuständigen Versorgers entnehmen. Staatlich gefördert stehen dann Produkte aus der 2. Schicht zur Verfügung, allen voran die Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge.

In der 3. Schicht, die nur rein private Vorsorgemaßnahmen enthält, finden sich unter anderem Lebensversicherungen. Darunter die klassische kapitalbildende Lebensversicherung als sicheres langfristiges Anlageprodukt, die bei Ablauf der Versicherung die aufgebaute Versicherungssumme ggf. als Einmalzahlung oder als Rente auszahlt. Hier garantiert die Versicherung eine feste Verzinsung zuzüglich ggf. Überschüssen, die das Versicherungsunternehmen erwirtschaftet.

Bei fondsgebundenen Varianten legen die Versicherten fest, wie hoch die Kapitalgarantie sein soll. Hier wird ein Teil der Beitragszahlungen in Fonds investiert, die auch Aktienanteile enthalten und somit größere Renditechancen bieten. Fondspolicen sind insofern risikoreicher, da die Entwicklung der finalen Versicherungssumme am Laufzeitende stark von der Entwicklung der Märkte abhängt. Verluste sind möglich, eine garantierte Rentenhöhe gibt es nicht.

Interessant ist hier, wie die unterschiedlichen Vorsorgeprodukte steuerlich behandelt werden. Die Zuordnung zur jeweiligen Schicht gibt wichtige Anhaltspunkte: 

1. Schicht:     Während die Beiträge schrittweise bis 2025 zu 100 % steuerlich geltend gemacht werden können, wird die Besteuerung der Rentenleistungen nach und nach bis 2040 ebenfalls auf 100 % angehoben.

2. Schicht:     In der Ansparphase sind die Aufwendungen zu 100 % steuerlich absetzbar. Die Auszahlungen aus den abgeschlossenen Verträgen müssen dann jedoch voll versteuert werden.

3. Schicht:     Die Beiträge stammen aus dem bereits versteuertem Einkommen. Im Gegenzug ist die Auszahlung in der Rentenphase steuerbegünstigt.

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… und so geht moderne Altersvorsorge

Anknüpfend an die oben skizzierten Herausforderungen der Lebensversicherer lässt sich feststellen, dass diese in einem äußerst dynamischen Umfeld agieren. Hinzu kommt, dass in Krisenzeiten auf Verbraucherseite die Entscheidungen für langfristige Vorsorge und Absicherungen tendenziell vertagt werden. Aber gerade das ungünstige Zinsumfeld mit niedrigem Garantiezins etc. hat es vor allem den klassischen Lebensversicherungspolicen im letzten Jahrzehnt schwer gemacht. Die Lebensversicherer haben darauf reagiert und eine neue Generation von Produkten entwickelt. Dazu zählen insbesondere Versicherungsverträge mit Anlagecharakter, die die Verlässlichkeit klassischer Produkte mit den Chancen am Kapitalmarkt kombinieren. Sie werden auch als Hybridprodukte bezeichnet.

Schon gehört? Wie wäre es mit einer nachhaltigen Lebensversicherung?

Moderne Lebensversicherungen können im Detail sehr unterschiedlich ausfallen. Für die Versicherten ist das durchaus positiv, denn bedeutet es doch mehr Flexibilität und Auswahlmöglichkeiten z. B. bei der Frage, wo genau die Beiträge angelegt werden sollen.

Moderne Altersvorsorge mit Lebensversicherungen setzt auf drei Kriterien:

  • Die garantierte Rente wie bei der klassischen Lebensversicherung.
  • Eine höhere Rendite: Die Renditeaussichten sind bei modernen Lebensversicherungen typischerweise höher gegenüber den klassischen Policen, da sie sich stärker an Aktien als an Staatsanleihen orientieren.
  • Niedrigere Garantien: Die garantierte Verzinsung liegt niedriger als bei den klassischen Policen.

Flexibilität bedeutet auch, dass für eine Lebensversicherung auch der Einsatz einer Einmalprämie genügt, die in verschiedene Fonds etc. investiert wird. Zum Teil enthalten diese Verträge einen Todesfallschutz oder die Versicherung leistet auch bei Berufsunfähigkeit. Bei dieser Art Verträge übernimmt die Versicherung ausschließlich deren Verwaltung, wofür sie eine Provision erhält. Die kooperierende Bank legt dann die Beiträge an – nach den Anlagewünschen der Versicherten. So können die Versicherten bei solchen modernen Lebensversicherungen deutlich mehr Gewinn erzielen, weil sie vollumfänglich von den Anlagegewinnen profitieren.

Zukünftige Produkte zur Altersvorsorge dürfen in keinem starren Korsett stecken, dass die Versicherten einengt. Moderne Lebensversicherungen müssen hochgradig flexibel sein und sich an die individuellen Lebensumstände und äußere Einflüsse anpassen können – in der Ansparphase bis ins Rentenalter hinein. Individuell zugeschnittene Policen müssen angeboten und Anpassungen jederzeit möglich sein.

Die Menge der Daten, über die Versicherer verfügen, die voranschreitende Digitalisierung, die Nutzung von KI zur Risikoeinschätzung sind im breiten Einsatz (noch) Zukunftsmusik. Doch hier verbergen sich große Chancen für Lebensversicherer, die auch auf die steigenden Ansprüche ihrer Versicherten eine Antwort haben müssen.

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