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Lohnt sich die Continentale Fonds-Rentenversicherungen?

von | Aug 14, 2020 | Rentenversicherung | 0 Kommentare

Wir haben den LifeLine Invest der Continentale Lebensversicherung auf den Prüfstand gestellt und fachlich analysiert. Der Vertrag beinhaltet hohe Vertragskosten. Durch diese Kosten dauert es länger, bis ein Gewinn erzeugt wird. Sie sollten als Sparer sicherstellen, dass Sie keine Zeit verschwenden, indem Sie primär Versicherungskosten abbezahlen. Ein Praxisbericht zur Continentale.

Kurz zusammengefasst:

Die Continentale vermittelt für PKV-Kunden eine fondsgebundene Rentenversicherung zur Rückdeckung der Krankenversicherungsbeiträge im Rentenalter. Wir haben den Tarif FR3 geprüft, analysiert und bewertet. Der Vertrag ist teuer im Vergleich zu anderen Verträgen. Als Kunde können Sie viel Geld sparen, wenn Sie sich bewusst machen, was Sie besparen und was das Ziel sein soll. 

Welchen Tarif haben wir konkret bewertet?

Der Tarif heißt LifeLine Invest – Rückdeckung zur Krankenversicherung FR3 und wurde unter anderen als Sparvertrag vertrieben, mit dem PKV-Beiträge im Rentenalter refinanziert werden können. Die Idee dahinter: Den Sparvertrag zusätzlich zur PKV abschließen und mit den Auszahlungen die PKV-Beiträge im Rentenalter refinanzieren. Die Idee ist gut, die Umsetzung schwierig. Die AVB zum Vertrag finden Sie hier:  AVB Continentale FR3 Rückdeckung zur Krankenversicherung

Praxisbeispiel: Wir bewerten nicht die Zukunft, sondern die letzten zehn Vertragsjahre

Der uns vorliegende Vertrag wurde zum 01.06.2010 abgeschlossen. Der Vertragsstand ist zum 31.07.2020 festgestellt und liegt damit nach dem Corona-Crash im März 2020. Diese Tatsache ist wichtig. Denn wenn ein Vertrag Kosten berechnet, sind die Renditen immer nach Kosten. Je höher die Vertragskosten sind, desto langsamer entwickelt und erholt sich das Guthaben. Das Aussitzen und Abwarten, bis sich ein Vertrag erholt, ist häufig keine Lösung.  

Welche Kosten entstehen bei Rentenversicherungen?

Der Vertrag ist eine fondsgebundene Rentenversicherung. Fondsgebunden bedeutet, dass die Beiträge in Fonds eingezahlt werden. Dadurch entstehen zwei Kostenblöcke:

  1. Kosten für den Versicherer
    • Abschlussprovision
    • Verwaltungskosten
    • Anlagekosten
  2. Kosten für den Fondsanbieter.
    • Fondskosten

Die Doppelkostensituation ist normal und erst mal kein Problem, wenn beide Kostenblöcke niedrig sind. Im vorliegenden Vertrag sind die Kosten eher hoch.

Im Einzelnen gehen wir in diesem Beitrag nicht auf eine nähere Definition der Kosten ein. Wenn Sie Genaues zu diesen Kosten wissen wollen, können Sie sich hier informieren: https://kvoptimal.de/blog/lebensversicherung/die-kosten-in-lebensversicherungen-und-rentenversicherungen

Wie ist der aktuelle Stand der Continentale LifeLine Rentenversicherung?

Die Versicherer zeigen in den jährlichen Wertstandsmitteilung nicht auf, wie hoch die eingezahlten Beiträge im Verhältnis zum aktuellen Guthaben sind. Vermutlich aus gutem Grund. In 10 Jahren und zwei Monaten wurden 10.694,52 Euro eingezahlt. Tatsächlich hat der Vertrag einen Wert von 10.065,19 Euro.

In der der gesamten Laufzeit hat der Vertrag einen Verlust von 629,33 Euro erwirtschaftet.

 

Suggestivfrage: Wenn Sie jetzt daran denken, wie die letzten 10 Jahre an der Börse waren.

Welche Kosten liegen dem Vertrag konkret zugrunde?

Das Thema ist leider nicht klar zu beleuchten. Der Versicherer hat klargestellt, dass ein neuer Kostennachweis nicht mehr erstellt werden kann. Grund: Bei Abschluss wird ein individuelles PiB (Produktinformationsblatt) ausgehändigt. Auf diesem PiB stehen alle Vertragskosten. Verlieren Sie dieses Produktinformationsblatt oder hat der Berater es nicht mit ausgehändigt, müssen die Versicherer es nicht mehr neu erstellen. Deshalb ist der einfache Kostennachweis nicht mehr möglich. Es gibt aber einen komplizierten Weg, die Vertragskosten zu errechnen. Diesen Weg stelle ich hier vereinfacht nach.

Kostennachweis über Fondsanalyse

Die Continentale investiert das Geld in Fonds. Diese Fonds beinhalten Kosten und erzeugen eine Rendite. Diese Kosten/ Rendite Berechnung kann ich rückwirkend nachvollziehen.

Der Ursprungsbeitrag war 73,00 Euro monatlich. Zehn Jahr später liegt der Monatsbeitrag 97,83 Euro. Das bedeutet, es gab eine leichte Dynamisierung (ca. 3%) der Beiträge. Es wurden zwei Fonds bespart:

Der Beitrag von 73 Euro wurde zu 70% in Fonds 1 (F23) und zu 30% in Fonds 2 (F24) investiert.

Der Fonds F23 hat bis heute 8.550 Euro und der Fonds F24 hat 3.542 Euro Wert erzeugt. In Summe stehen gerundet 9.642 Euro bei der Continentale im Vergleich zu 12.092 Euro. Die Differenz ist der Sparschaden. Entstanden, durch einen teuren Versicherungsmantel.

 

Wichtig: Der Vergleich von Versicherungsprodukt und Direktanlage sollte so nicht stattfinden. Denn der Versicherungsmantel bietet einen großen steuerlichen Vorteil und zum Vertragsende zählt nur die Auszahlungen nach Steuer. Zusätzlich bietet der Vertrag die Option auf eine lebenslange Rentenzahlung. Ein Bankprodukt hat weder einen Steuervorteil noch eine lebenslange Rentenleistung.

Trotzdem kann ein finanzieller Nachteil ausgelesen werden und dieser Nachteil muss nicht sein, wenn ein günstigerer Versicherungsmantel gewählt wäre.

Diese mathematische Methode kann zusätzlich Ungenauigkeiten aufweisen. Ich konnte Fondswechsel, Zuzahlungen oder Beitragsstundungen nicht berücksichtigen. Wobei solche Zufälligkeiten meisten zu vernachlässigen sind.

 Lohnt sich diese Continentale Fonds-Rentenversicherung?

Als Fazit und als Antwort auf die Eingangsfrage lässt sich festhalten, dass sich dieses Produkt augenscheinlich nicht lohnt. Vergleiche ich die Kosten anderer Versicherungen, hätte deutlich effektiver gespart werden können.

Der Vertrag bietet aber auch einen Vorteil. Der Rentenfaktor ist hoch.

 

 

Der Rentenfaktor gibt an, wie hoch die spätere Rente sein kann. Bei 10.000 Euro Vertragswert wird monatlich lebenslang 35,48 Euro Rente bezahlt. Dieser Faktor ist hoch im Vergleich zu heutigen Faktoren. Laut AVB ist der Rentenfaktor auch garantiert (unveränderbar durch die Continentale). Natürlich muss die kritische Frage erlaubt sein, ob bei hohen Vertragskosten eine hohe Summe an Vertragswert (Rentenfaktor pro 10.000 Euro) erreicht werden kann.

Es kann besser sein, einen niedrigen Rentenfaktor zu akzeptieren, aber dafür einen besseren Gesamtwert zu erzielen. Zumal die Rente nur fällig wird, wenn keine Einmalauszahlung gewünscht wird. Ändert sich die gesundheitliche Situation, kann die Einmalzahlung besser sein.

Bei einer verringerten Lebenserwartung hat dieser Vertrag einen zusätzlichen Bug drin: Der Kunde ist aktuell 51 Jahre. Seine Frau, bezugsberechtigt im Todesfall, ist erst 45 Jahre. Die Rentengarantiezeit ist mit 10 Jahren festgelegt.

Angenommen, der Kunde wählt die lebenslange Rente und verstirbt mit 70, dann bekommt die Hinterbleibende nur noch 5 Jahre die Rente weiterbezahlt.

Wenn der Vertrag bis zum Ende durchgespart wird, wird ca. 36.000 Euro eingezahlt. Mit den Rentenfaktor von 35,48 erhält der Kunde eine lebenslange Rente von 128 Euro. Diese wird für 10 Jahre gezahlt. Fünf Jahre bekommt es der Mann (bis zum Ableben) und fünf Jahr die Ehefrau (bis die Rentengarantiezeit endet). In Summe wurden 36.000 Euro eingezahlt und nur 15.327 Euro ausgezahlt.

Selbst wenn ich zum Vertragsende 10.000 Euro Gewinn hinzurechne, bleibt ein Wagnis. Dann wird eine Rente von 163 Euro für 10 Jahre ausgezahlt: summierte Auszahlung ca. 20.000 Euro.

 Wie können wir helfen?

So oder so: Über solche Verträge muss geredet werden. Wir helfen dabei. Die Zweitmeinung zu Ihrem Vertrag wird durch uns kostenfrei erstellt.

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