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Der Lebensversicherer Skandia verwaltet heute 243.000 Fondspolicen und der Kundenbestand gehört seit 2014 zum RunOff-Unternehmen Viridium. Aktiv werden keine Fondspolicen mehr vermittelt und das Unternehmen hat sich aus Deutschland zurückgezogen. Kunden fragen uns häufig, ob sich die Verträge noch lohnen. Grund genug, einen Blick auf Skandia und deren Vertragsbedingungen zu werfen

Warum hat die Skandia das Geschäft in Deutschland eingestellt?

Ende 2012 beschloss die Skandia sich vom deutschen und spanischen Markt zurückzuziehen. Vermutlich war der Grund, dass der deutsche Markt zu kompliziert ist. Versicherungsvertreter sind es gewohnt, bei Abschluss eine Provision zu erhalten und das führt zu einer hohen Kostenbelastung für Versicherer. Vermutlich war die Unternehmensmutter nicht mehr gewillt, nach den Spielregeln des hiesigen Marktes zu agieren.

Warum sind die Skandia-Policen im Run-Off bei Viridium?

Versicherer vertreiben Versicherungspolicen, um damit als Unternehmen Erträge zu generieren. Häufig ist die Kostenbelastung so hoch, dass es dem Versicherer nicht mehr möglich ist, die Verwaltung der Verträge selbst durchzuführen. Oder ein Versicherer zieht sich, aus ähnlichen Gründen, aus dem Geschäftsfeld zurück. Beide Gründe sind Ursache, um Ihre Verträge an Dritte (Viridium) weiterzugeben.

Können langjährige Skandia-Kunden Nachteile haben?

Ja. Denn alte Verträge behalten über die gesamte Laufzeit die gleichen Bedingungen. Das kann gut sein, oder weniger gut. In diesem Fall ist es nicht gut, weil sich die Kapitalanlagebranche zum wohl der Kunden verbessert hat. Heutzutage sind Kosten transparent. Oder auch Fonds bieten neue Möglichkeiten. Es gibt eine starke Begrenzung der Vertriebsprovision und alle Vertragskosten müssen bei Abschluss offengelegt werden. Zeitgleich hat die Transparenz des Internets für eine bessere Vergleichbarkeit gesorgt. Alte Policen lassen sich in der Regel nicht mehr auf neue Bedingungen ändern und deswegen entstehen Nachteile. Das gilt auch für dynamische Beitragserhöhungen. Dynamiken sind rechtlich Neuabschlüsse und führen immer zu einer Abschlussprovision. Heutzutage ist die Abschlussprovision viel geringer als damals.

Worauf sollte ich bei Skandia achten?

Skandia hat Fondspolicen (fondsgebundene Rentenversicherung und fondsgebundene Lebensversicherungen) vertrieben. Deshalb sind die Investitionsgrundlage dieser Verträge Investmentfonds. Aus heutiger Sicht sind primär aktive und damit teure Fonds in den Policen zu finden. Das Fonds Geld kosten ist nicht das Problem. In Kombination mit einem Versicherungsmantel hingegen schon. Wer teure Fonds in einem teuren Versicherungsmantel bespart, macht weniger Gewinne. Teilweise überhaupt keine Gewinne. Besonders gravierend, wenn noch Versicherungsschutz dazu kommt. Regelmäßig sehen wir Skandia Fondspolicen mit Todesfallschutz. In einer Kapitalanlage haben solche Leistungen nichts zu suchen. Indexfonds oder ETF-Fonds sind überhaupt nicht bei Skandia zu finden.

Wie kann ich teure Fonds enttarnen?

Als Privatanleger ist das nicht einfach. Sie müssen wissen, wo Sie suchen müssen und dann erhalten Sie das gewünschte Ergebnis. Sie müssen Ihre Fonds kennen und dann können Sie auswerten. Als Beispiel nehme ich den Templeton Growth Fonds, der gefühlt relativ häufig in den letzten 20 Jahren vermittelt wurde. Die Skandia teilt den gewählten Fonds auf Nachfrage mit. Oder Sie suchen in den Antragsunterlagen danach.

Aktive Fonds werden von Fondsmanagern gemanagt. Ziel ist es, die Benchmark zu schlagen. Als Benchmark wird eine vorbestimmte Messlatte bezeichnet – meist ein Index. Die laufenden Fondskosten werden mit 3,36% von Anlagevolumen über das FFB-Tool angezeigt. Das bedeutet, wer 100.000 Euro im Fonds angespart hat, zahlt jährlich 3.360 Euro Gebühr. Über die Jahre summieren sich die Kosten. Bei 10 Jahren Laufzeit sind bereits 33.600 Euro an Kosten berechnet. Insbesondere dynamisierte Verträge, welche lange Laufzeiten haben, sind teuer. Besondere Aufmerksamkeit sollten bei Ihnen erzeugen, dass der Fonds seine Benchmark nicht schlägt.

Um das Thema besser zu verdeutlichen, analysiere ich einen Vertrag der Skandia: Der hier analysierte Vertrag läuft seit dem 01.12.2004 und ist mit 5% dynamisiert. Betrachte ich nur den Fonds, sind in der Laufzeit bis heute ca. 6.210 Euro Fondskosten entstanden. Die Kosten wären deutlich geringer, wenn Sie stattdessen einen Indexfonds bespart hätten. Und die Rendite wäre auch besser gewesen. Wir haben drei Defizite im Vertrag:

Wie hoch sind die kosten in der Skandia-Police?

Die Kosten sind bei alten Verträgen nicht klar erkenntlich und müssen errechnet werden. Zusätzlich können Kosten auch schriftlich angefragt werden. Der Versicherer braucht für Antworten sehr lange und diese sind häufig unvollständig. Wer selbst rechnen möchte, kann wie folgt vorgehen: Zuerst wird der Fonds analysiert. Wie lief der Fonds als eigenständige Anlage in einem vergleichbaren Zeitraum? Die Webseite Fondsweb.de berechnet im Analysezeitraum für den Fonds folgende Entwicklung:

Fonds: Vom 01.12.2004 (Versicherungsbeginn) bis zum 01.03.2018 wurde 189 Monate gespart. Insgesamt wurden 21.821 Euro eingezahlt und der Fonds hat eine Rendite von 6,56% erzielt. Wäre nur der Fonds bespart worden, wäre nach Fondskosten ein Gewinn von 10.930 Euro entstanden.

Skandia: Auf Nachfrage teilte die Skandia mit das der Vertrag zum Stichtag 01.03.2018 einem Wert von exakt 20.390,18 Euro hatte. Der Vertragswert nach 13 Jahren Laufzeit unter den eingezahlten Beiträgen.
Daraus lässt sich folgendes erkennen:

  1. Der Fonds ist teuer, hat aber nach Fondskosten eine ordentliche Performance von 6,56% pro Jahr erzielt.
  2. Die Skandia hat in 189 Monaten Laufzeit aus 21.821 Euro Einzahlungen ein Wert von 20.390 Euro entwickelt.
  3. Folglich sind die Vertragskosten der Skandia-Police höher, als die Performance des Fonds.

Ist das ersichtlich in der jährlichen Wertstandsmitteilung der Skandia?

Nein. Für den hier analysierten Tarif (Skandia FLYMf) wurden die Werte nicht angezeigt. Im Gegenteil. Es werden eher unbrauchbare Daten angezeigt. In diesem Fall wurde immer nur ein Hinweis auf den Todesfallschutz dargestellt:

Bei Sparverträgen sollten nach Möglichkeit auf den Todesfallschutz verzichtet werden. Der Risikoschutz verursacht zusätzlich Kosten. Pro-Tipp: Wer gesund ist, sichert das Leben mir einer Risikolebensversicherung ab. Der Sparvorgang an sich muss kostenschlank bleiben.

Sind die Skandia-Hochrechnung aussagekräftig?

Die Skandia prognostiziert auch häufig, wie der Vertrag ausläuft, wenn bis Vertragsende weiter eingezahlt wird. Solche Zahlen sollten immer geprüft werden.

Die Zahlen sind sehr interessant. Der Vertrag läuft bis zum 01.12.2039. Selbst wenn ich ohne Vertragskosten rechne und jährlich die 5% Dynamik bis zum Schluss einbeziehe (über 500 Euro Monatsbeitrag im letzten Jahr), erhalte ich nur 469.000 Euro Endwert. Die Skandia zeigt neben dem Ende der Beitragszahlung noch einen Ablauf der Versicherung an. Vermutlich sind diese Zahlen nicht bis zum 65. Lebensjahr berechnet, sondern noch mal 15 Jahre später, zum Ende der Gesamtlaufzeit. Die Frage lautet natürlich, warum der Vertrag bis zum 80. Lebensjahr laufen sollte. Insgesamt ist diese Rechnung kritisch zu betrachten und scheint stark geschönt zu sein. Wie ich es auch drehe, bei 9% kann der Vertrag keine 1.210.981 Euro Ablaufwert erreichen. Hier ist etwas ungenau dargestellt. Wobei die Skandia das auch sagt. Quasi ist die Hochrechnung ein hübsches Bild.

Sollte ich mein Skandia-Vertrag überprüfen?

Ja. Es ist wichtig, genau zu prüfen, ob der Vertrag lohnt. Gerade bei Fonds-Investments ist eine lange Laufzeit wichtig. Wenn ein Vertrag 10 Jahre nach Abschluss noch nicht eine ordentliche Rendite aufweist, stimmt etwas nicht. Sie verpassen viel Zeit und vergeuden Ihr Geld mit schlechten Anlagen. Das heißt nicht, dass alle Skandia-Verträge schlecht sein müssen.

Kann ich meinem Skandia-Vertrag kündigen?

Ja. Die Verträge sind jederzeit monatlich kündbar. Bei Basis-Renten führt eine Kündigung zu einer BeitragsfreistellungRiester-Renten können nur quartalsweise gekündigt werden. Die Auszahlung des Rückkaufswertes ist steuerschädlich. Es ist effektiver, dass Guthaben auf einen anderen Versicherer (Alte Leipziger, Bayerische, MyLife – Achtung nur Nettotarife) zu übertragen.
Es kommt regelmäßig vor, dass Versicherer bei einer Vertragskündigung den Rückkaufswert (Auszahlungssumme) zu niedrig berechnen. Deshalb macht es Sinn, den Vertrag professionell abwickeln zu lassen. Das Unternehmen ProLife GmbH wickelt LV-Verträge professionell ab und kann damit häufig Rückkaufswerte erhöhen. Auch bereits gekündigte Verträge können überprüft werden. Die Kündigung darf nicht mehr als drei Jahre zurück liegen und der Vertrag muss zwischen dem 29.07.1994 und bis Ende 2007 abgeschlossen wurden sein. Wir koordinieren für Sie gerne dieses Thema. Die Kosten dafür betragen einmalig 7,5% vom Rückkaufswert.

Welche Kündigungsfristen gibt es bei Lebens- und Rentenversicherungen?

Die fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen der Skandia haben alle eine Mindestlaufzeit. Häufig 12 Monate. Diese Frist ist bei allen Verträgen verstrichen. Darüber hinaus ist eine Kündigung zum Ende der Zahlungsperiode möglich. Wenn Sie die Beiträge jährlich entrichten, dann können Sie jährlich kündigen. Haben Sie einen Kündigungswunsch, stellen Sie bitte erst die Beitragszahlung auf monatlich um. Dann können Sie monatlich kündigen. Hilfsweise sollten Sie immer zum nächst möglichem Termin kündigen.

Kann die Fondspolice der Skandia Lebensversicherung auch verlustfrei beendet werden?
Es gibt drei Arten einen Skandia-Vertrag zu beenden. Jede Variante hat seinen eigenen Reiz. Die professionelle Kündigung und der Widerruf sind sicher zwei sehr gute Wege.

Der Widerruf ist eine gute Alternative zur Kündigung und auch die beste Variante der Vertragsbeendigung. Möglich kann der Widerruf bei allen Verträgen mit Beginn zwischen 1995 und 2008. Häufig waren bei diesen Policen die Vertragsbedingungen nachteilig für den Kunden formuliert. Das führt dazu, dass der Vertrag auch heute noch widerrufen werden kann. Ob ein Vertrag tatsächlich widerrufen werden kann, muss geprüft werden. Finden wir nachteilige Klauseln, kann der Widerruf vollzogen werden.

Welche Vorteile bietet ein Vertragswiderruf?

Die hohen Vertragskosten werden dann Ihr Vorteil. Denn diese Kosten muss der Versicherer erstatten. Dazu zählen Abschluss- und Vertriebskosten, Verwaltungskosten, Ratenzahlungszuschläge, Kosten für die Kapitalanlage. Nur die reinen Risikokosten (Kosten, die für Versicherungsschutz berechnet wurden) darf der Versicherer behalten. Die Erstattung muss auch entsprechend verzinst werden. Das ergibt einen satten Vorteil für Sie.

Kann ich eine Skandia-Police beitragsfrei stellen?

Ja. Doch die Kosten laufen, mindestens teilweise, weiter. Denn viele Vertragskosten sind nicht abhängig von einer Beitragszahlung, sondern werden vom Vertragswert berechnet. Wenn ein Vertrag mit laufenden Beiträgen kein Gewinn erwirtschaftet, dann kann es gut sein, dass es ohne laufende Beitragszahlung nicht besser wird.

Was sollten Sie mit Ihrer Skandia-Police machen?

Sie können uns Ihre Verträge mailen. Wir überprüfen gerne Ihre Verträge und empfehlen Ihnen unverbindlich Ihre Möglichkeiten. Die Erstanalyse ist kostenfrei für Sie. Grundsätzlich gilt: Sollten durch unsere Beratung und Arbeit Kosten für Sie entstehen, informieren wir Sie immer vorher und schriftlich darüber.

Investmentfonds sind effektive Instrumente, um Geld anzulegen. Dabei gibt es zwei Varianten, wie Sie Ihr Geld laufend anlegen können. Entweder über eine Versicherungslösung (Fondspolice) oder einen Fondssparplan (Bankdepot). Beide Anlagemöglichkeiten lassen sich gut vergleichen und es gibt einen klaren Favoriten. Für die Altersvorsorge sind Fondspolicen besser.

Unterschiedliche Meinungen soweit das Internet reicht

Wer dazu im Internet Informationen recherchiert, stellt schnell fest, dass viele Webseiten das Thema beleuchten. Doch häufig finden sich Ungenauigkeiten oder Abhängigkeiten wieder, die kein objektives Urteil ermöglichen. Zum Beispiel schreibt das Magazin Capital (online am 05.05.2019), dass bei der Frage nach der besten Lösung die Steuervorteile von Fondspolicen keine Rollen spielen dürften, weil niemand weiß, ob diese Vorteile in 40 Jahren noch existieren.

Es lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Bisher wurden steuerliche Möglichkeiten schon häufig geändert. Aber niemals rückwirkend für bestehende Versicherungsverträge. Das bedeutet, dass ein Vertrag die Steuervorteile nicht mehr aberkannt bekommt. Zumal der Vertrag für einen festen Zeitraum abgeschlossen wird. Anfang und Ende stehen fest und es gelten die Rechte für die gesamte Laufzeit. Eine Garantie darauf gibt es nicht, aber 2004 wurde schon einmal das Steuerprivileg für Lebensversicherungen geändert. Verträge vor 2005 sind bis heute nicht davon betroffen. Das Argument von Capital zählt deshalb nicht.

Was ist eine Fondspolice und was ist ein Fondssparplan?

Eine Fondspolice ist ein fondsgebundener Versicherungsvertrag, der sich mit vielen versicherungstypischen Leistungen (z.B. Berufsunfähigkeitsrente oder Beitragsgarantien) ausstatten lässt. Viele dieser Instrumente Kosten ein Teil der Beiträge und sollten deshalb vermieden werden. Fondspolicen lohnen sich ab 12 bis 15 Jahren Laufzeit. Der Fondssparplan ist eine Kapitalanlage, welche sich auf das Besparen von Fonds konzentriert. Dem Anleger wird ermöglicht, in festen Intervallen Geld am Fondsmarkt anzulegen. Die eingekauften Fondsanteile werden in einem Depot bei einer Bank verwahrt.

Wie lassen sich Fondspolicen und Fondssparpläne unterscheiden?

Die Antwort auf diese Frage wird Sie überraschen. Es gibt nur zwei Unterschiede beider Anlageformen. Zum einen gibt es steuerliche Aspekte zu beachten und zum anderen sind die vertraglichen Kosten relevant. Jeder Vertrag kostet Geld. Häufig, gerade bei Fondspolicen, verstecken sich die Kosten im Kleingedruckten. Vom Prinzip her investieren Sie Geld und der Anbieter legt es für Sie an. Auch die Anzahl der möglichen Fonds (Fondsuniversum) ist kein Unterscheidungsmerkmal mehr. Mittlerweile gibt es Fondspolicen, welche die gleiche Auswahl an Fonds anbietet wie Banken.

Wo liegen die steuerlichen Unterschiede bei Fondspolicen und Fondssparplänen?

Im Jahr 2009 wurde die Abgeltungssteuer für Fondssparpläne eingeführt. Das bedeutet, dass die Gewinne jährlich mit 25% Abgeltungssteuer zu versteuern sind. Zusätzlich Soli und Kirchensteuer. Als Anleger müssen Sie nicht den Wertzuwachs versteuern, sondern die realisierten Gewinne (Veräußerungsgewinne). Dazu zählen Verkäufe von Fondsanteilen, Dividenden- und Zinserträge. Die Abgeltungssteuer ist unabhängig von der Haltedauer zu zahlen. Zeitgleich entsteht ein administrativer Aufwand, weil diese Gewinne in der Steuererklärung anzugeben sind.

Fondspolicen haben im Jahr 2004 einen neuen steuerlichen Anstrich bekommen. Seitdem gilt, wenn mindestens 12 Jahre Laufzeit und Endalter (Vertragsende) das 62. Lebensjahr ist, dass nur 50% der Erträge (Einzahlung minus Auszahlung) mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden müssen. Steuerlich betrachtet, liegen deswegen Fondspolicen, welche als Altersvorsorge abgeschlossen werden, deutlich vor Fondssparplänen. Es gibt aber noch einen weiteren Vorteil bei Fondspolicen, gerade hinsichtlich der Altersvorsorge. Rentenzahlung: Fondspolicen bieten zusätzlich neben der Kapitalauszahlung noch die Möglichkeit, eine lebenslange Rentenzahlung zu wählen. Damit wird das Risiko der Langlebigkeit in eine Versicherungskollektiv verschoben. Wer eine Kapitalauszahlung wählt, trägt das Risiko der Langlebigkeit selbst. Steuerlich betrachtet, sind Fondspolicen besser für die Altersvorsorge als Fondssparpläne. Bei kurzfristigen Laufzeiten sind die steuerlichen Rahmenbedingungen gleich.

Durch welche vertraglichen Kosten unterscheiden sich Fondspolicen von Fondssparplänen?

Bei den vertraglichen Kosten unterscheiden sich die bei Sparvarianten ebenfalls. Fondsparpläne lassen sich einfacher unterscheiden. In der Regel gibt eine Depotgebühr. Manche Banken oder auch Direktbanken erheben keine Depotgebühr. Auch Ausgabeaufschläge können verlangt werden. Zusätzlich kann eine Kaufprovision oder Verkaufsprovision anfallen. Zum Beispiel nimmt die DKB-Bank (Quelle DKB Homepage) folgende Gebühren:

Wer 35 Jahre spart und monatlich 250 Euro anlegt, zahlt insgesamt 4.200 Euro Gebühren. Weitere Gebühren fallen nicht an. Diese Gebühr wird für jeden Kauf und jeden Verkauf erhoben. Die Sparkasse Berlin (Quelle Homepage) bietet folgende Konditionen im Classic-Depot:

Wer 35 Jahre monatlich 250 Euro anlegt und ETF besparen will, zahlt bei der Sparkasse 840 Euro Depotgebühren und ca. 4.707 Euro Verwahrpreis. Insgesamt 5.547 Euro.  InteressantETF besparen kostet extra.

Die Kosten für Fondspolicen variieren stark. Dabei gibt es vier Kostenarten zu kennen und zu unterscheiden. Die Verwaltungskosten bestehen in der Regel aus zwei Positionen: Den laufenden Kostenanteil, berechnet vom Beitrag und den festen Kostenanteil, berechnet unabhängig von der Beitragszahlung (Stückkosten). Jeder Versicherer legt diese Kosten individuell fest und selbst bei einem Versicherer können die Kosten in den Produktgenerationen unterschiedlich sein. Um gute Angebote zu erkennen, müssen Sie sich auskennen oder uns Fragen. Die Alte Leipziger bietet in den H-Tarifen optimale Konditionen. Dazu ein Auszug aus dem Angebot:

Für den Vertrieb fallen keine vertragsinternen Kosten an. Die Verwaltungskosten schlagen bei 35 Jahren Laufzeit mit 2.835 Euro zu buche. Die Kosten auf den Kapitalwert betragen 0,36% und summieren sich auf  ca. 9.187 Euro. Aber: Der Tarif der Alte Leipziger ist nicht frei verkäuflich und nur über spezielle Berater erhältlich.

Auch der Versicherer MyLife bietet sehr günstige Fondspolicen an. Das Produkt MyLife Invest berechnet jährliche Stückkosten von 60 Euro (2.100 Euro) und Kosten auf den Kapitalwert von 0,45% (ca. 11.346 Euro). Dazu stehen über 4.000 Fonds zur Auswahl. Dazu ein Auszug von der MyLife Homepage:

Welcher Vertrag bringt nach 35 Jahren mehr Gewinn?

Die Performance des jeweiligen Varianten lässt sich über entsprechende Rechner berechnen. Die Hochrechnungen haben nur ungefähre Genauigkeit, weil sich ein Portfolio im Laufe der Jahre ändert. Junge Leute sollten aktienlastig investiert sein, ältere Kunden konservativer.

Angenommen, jemand investiert für 35 Jahre 250 Euro in einen Fondssparplan. Das Geld wird in zwei Fonds investiert und diese Fonds werden auch nie geändert. Dann fallen nur 20 Euro Kosten pro Monat an. Es werden netto 230 Euro für 35 Jahre investiert. Bei 5% Rendite entstehen 159.385 Euro Ertrag (Einzahlung minus Auszahlung). Das Fondssparplan muss mit 25% versteuert werden und es bleiben ca. 119.538 Euro über. Bei dieser Rechnung fehlen Soli und Kirchensteuer. Die Steuerlast ist folglich ein wenig höher. Das Beispiel ist stark theorisiert, weil es wesentlich mehr Fonds oder Fondswechsel geben wird.

Wer gleiche Werte in die MyLife Police investiert, erhält 140.457 Euro Ertrag. Der Ertrag wird im Halbertragsverfahren besteuert und es bleiben bei einem persönlichen Steuersatz von 25% ca. 122.899 Euro über. Die Fondspolice gewinnt. Und: In dieser Rechnung fehlen die Steuervorteile der Fondspolice während der Laufzeit komplett.

Steuerstundungseffekt: Durch die abgeltungssteuerfreie Anlage entsteht ein Steuerstundungseffekt, denn versteuert wird erst zum Vertragsende und nicht in der Laufzeit. Je nach Anlageform (Rentenfonds, Fonds mit Dividendenzahlung, etc.) und steuerlicher Situation wirkt sich der Vorteil mit einem vierstelligen bis fünfstelligen Vorteil im Vergleich zum Fondssparplan aus.

Der kostenfreie Onlinerechner vom Institut für Vorsorge- und Finanzplanung berechnet den Steuervorteil auf fast 29.000 Euro. Wichtig: Dieses Ergebnis ersetzt nicht die individuelle Planung. Je höher die Steuersätze sind, desto positiver das Ergebnis für die Fondspolice aus.

Die steuerlichen Rahmenparameter sind fest definiert und unterscheiden sich für Fondspolicen und Fondssparpläne deutlich. Es ist wichtig, diese Unterscheide zu kennen und zu nutzen. Das Unternehmen Honorarkonzept hat diese Unterschiede auf den Punkt gebracht.

Vererben: Die Fondspolice bietet noch den Vorteil, dass eine Vererbung des Kapitals besser möglich ist, als bei einem Fondssparplan. Klar, sterben will niemand früh. Trotzdem lohnt der Blick auf das Vererbungsszenario. Durch den Vererbungsvorteil können gute Fondspolicen auch deutlich länger als zum Beginn des Rentenalters laufen. Gerade im Todesfall punkten Fondspolicen noch mal zusätzlich.

Wie wird eine Fondspolice abgeschlossen?

Jeder Versicherer bietet Fondspolicen und dafür wählbare Fonds an. Wichtig ist es, dass Produktinformationsblatt nach Kosten zu untersuchen. Wer mit den Kosten einverstanden ist, wählt die Fonds aus. Dabei werden aktive und passive Fonds angeboten. Passive Fonds sind meist besser, weil weniger Kosten entstehen. Die Wertentwicklung ist, bis auf Ausnahmen, immer ähnlich. Jeder Sparer sollte immer die Kosten im Blick haben. Es ist sinnfrei, beim Tanken auf den Spritpreis zu achten und bei Sparen die Kosten zu ignorieren. Wer beim Sparen auf die Kosten achtet, braucht es beim Tanken nicht mehr. Jeder Sparplan verursacht unterschiedliche Kosten.

Wie viel Geld sollte ich Sparen?

Wir nehmen als Benchmark für das Sparen im Alter das heutige Nettogehalt. Es ist doch toll, wenn im Alter das gleiche Einkommen besteht wie heute. Grundsätzlich gilt, dass Zeit wertvoll ist. Je mehr Zeit besteht, desto geringer ist der Beitrag. Wer in Aktien, bzw. Aktienfonds investiert, sollte 20 Jahre Laufzeit einplanen. Der Beitrag oder die Sparrate sollte mindestens die Höhe haben, die im Privatleben für Spaß (Fitness, Netflix, iPhone, Sneakers, etc.) ausgegeben wird.

Ist der rechtliche Rahmen bei Fondspolicen und Fondssparplänen sicher?

Grundsätzlich ist so etwas scher zu garantieren. Der Vorteil liegt bei der Fondspolice. Denn hier wird ein Vertrag mit fester Laufzeit als Investments abgeschlossen. Dieser Vertrag wird ziemlich sich den rechtlichen Rahmen über Jahrzehnte halten. Bei einem Fondssparplan wird individuell gekauft und die Zukunft ist offen. Zum Beispiel kann die Depotbank die Gebühren oder der Staat kann die steuerliche Seite ändern. Die langfristige Sicherheit zum Fondssparen gibt es bei den Versicherern. Allerdings sind bei Fondspolicen keine einzelnen Wertpapiere kaufbar. Dies geht nur mit einem Depot bei einer Bank.

Wie berechnet sich die Rendite bei Sparverträgen?

Die Definition von Rendite lautet: „Ertrag, den ein angelegtes Kapital in einem bestimmten Zeitraum bringt“. Der Ertrag wird errechnet, indem das eingezahlte Kapital eines Zeitraums vom Endwert des Zeitraums abgezogen wird. Die beste Methode ist, sich nur auf die eigene Berechnung zu verlassen. Anbieter von Sparverträgen neigen dazu, Renditeberechnungen zu schönen. Häufig sind nicht alle Kosten auf den ersten Blick ersichtlich. Gerade im Versicherungsbereich zahlt es sich aus, mit Spezialisten zu kooperieren.

Das Übertragungsabkommen ermöglicht die Fortsetzung von Verträgen der betrieblichen Altersvorsorge beim Arbeitgeberwechsel. Es umfasst die Durchführungswege Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds. Insgesamt nehmen aktuell 104 Versicherungsgesellschaften teil.

Fortführung der betrieblichen Altersvorsorge beim Arbeitgeberwechsel

Die Portabilität in der betrieblichen Altersvorsorge funktioniert ähnlich wie bei der Riester-Rente oder der privaten Krankenversicherung. Wird der Arbeitgeber gewechselt, ist dieser Umstand innerhalb von 15 Monaten anzuzeigen und das Guthaben aus dem Altvertrag kann in den Neuvertrag übertragen werden.

Im Gegensatz zur Riester- und PKV-Portabilität darf der neue Anbieter auf das Guthaben keine Abschlussprovision berechnen. Auch auf eine erneute Gesundheitsprüfung wird verzichtet. Voraussetzung dafür ist, dass die Leistungen gleichwertig sind und beide Versorgungsträger im Übertragungsabkommen aufgelistet sind.
Der Gesetzgeber unterscheidet dabei zwei Varianten.

Variante 1 – Übertragung Standardfall
Variante 2 – Übertragung mit vorhergehender Angebotsphase
Wir empfehlen Variante zwei, weil dadurch geprüft werden kann, zu welchen vertraglichen Kosten der neue Vertrag aufgesetzt ist. Eventuell kann es auch effektiver sein, einen anderen Vertrag zu besparen, wenn der neue Vertrag zu hohe Vertragskosten hat.
Beispiel: Direktversicherung alt auf Fondsbasis hat nur geringe vertragliche Kosten. Die neue Direktversicherung hat hohe vertragliche Kosten und kann nur auf Zinsbasis investieren. In diesem Fall sollte überlegt werden, ob der neue Vertrag überhaupt sinnvoll ist.

Seit wann gilt das Übertragungsabkommen?

Das Übertragungsabkommen hat das Abkommen zur Übertragung von Direktversicherung oder Versicherung in einer Pensionskasse bei Arbeitgeberwechsel im Jahr 2010 abgelöst.

Welche Unternehmen nehmen am Übertragungsabkommen teil?

Mittlerweile sind 104 Versicherer und Versorgungsträger genannt. Die Anzahl an teilnehmenden Unternehmen ist erfreulich und führt zu einer hohen Flexibilität für die Arbeitnehmer. Denn damit besteht das Recht, angespartes Kapital zu übertragen und langfristig Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge zu nutzen.
Eine vollständige Liste aller Unternehmen finden Sie hier: Liste aller Versicherer

Themen dazu:
Die Kosten in Lebensversicherungen und Rentenversicheurngen

Der Bundesgerichtshof hat 2017 die Rückabwicklung von Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen mit Vertragsschluss zwischen 1994 und 2007 zugelassen. Das gilt unter bestimmten Umständen auch für bereits gekündigte Verträge. Von oberster Instanz wurden die Verbraucherrechte folgendermaßen gestärkt: Hat ein Versicherungsunternehmen seine Mitglieder nicht korrekt über ihr Widerspruchsrecht belehrt, haben diese ein zeitlich unbefristetes Widerspruchsrecht. Diese Ausübung des Widerspruchsrechts hat grundsätzlich zur Folge, dass der Vertrag von Beginn an unwirksam war und der Versicherer die gezahlten Prämien und Zinsen zurückerstatten muss. Wichtig hier: Bei einem Widerspruch muss der Versicherer im Normalfall mehr zurückzahlen als bei einer Kündigung. Hier erfahren Sie, welche Verträge von dieser Regelung profitieren können, welche Voraussetzungen für einen erfolgreichen Widerspruch erfüllt sein müssen und wie Sie diesen erfolgreich durchsetzen können.

Klagen haben es offenbart, dass viele Versicherer ihre Mitglieder jahrelang bei Vertragsabschluss falsch über das Widerspruchsrecht belehrt haben. In der Folge wurde die sonst übliche Widerspruchsfrist von 14 bzw. 30 Tagen ausgehebelt und begann nicht zu laufen. Die klagenden Versicherten und auch viele andere Versicherte können dementsprechend ihren Verträgen auch Jahre später noch widersprechen und Geld zurückfordern. Die Sonderregel besagte, dass der Versicherte zunächst nicht alle Unterlagen mit dem Vertragsschluss erhält, aber dafür ein Jahr ab der ersten Prämienzahlung Zeit hatte, zu widersprechen.

Das Urteil des BGH betrifft Verträge über Kapital­lebens­versicherungen und Rentenversicherungen zwischen dem 29. Juli 1994 bis Ende 2007, die nach dem so genannten Policen-Modell geschlossen wurden und dabei – wie sich nun herausstellte – unzureichend über das Widerspruchsrecht informierten. Etwa 60 Prozent aller Verträge in diesem Zeitraum sind betroffen. Beim Policen-Modell war es üblich, dass dem Versicherten zum Vertragsabschluss nicht alle Vertragsunterlagen ausgehändigt wurden, sondern die Versicherungsbedingungen etc. erst zusammen mit dem Versicherungs­schein einige Zeit später geschickt wurden. Seit 2008 gibt es dieses Modell nicht mehr. Anders verhält es sich beim Antragsmodell, bei dem zwingend beim Antrag alle Versicherungsbedingungen und Verbraucherinformationen ausgehändigt werden und anstelle des Widerspruchsrechts ein Rücktrittsrecht besteht, was aber bei fehlerhafter Widerspruchsbelehrung auf das Gleiche hinausläuft. Nicht betroffen sind Riester-Fondssparpläne und Riester-Banksparpläne, weil diese meist nicht über einen Versicherer abgeschlossen werden.

Unvollständige Unterlagen oder das Fehlen eines deutlichen Hinweises auf die Widerspruchsfrist bei der Antragstellung – ein versteckter Hinweis im Kleingedruckten wird als nicht ausreichend angesehen – machen die Verträge ungültig beziehungsweise geben Raum für einen Widerspruch. Formal gesehen war die Belehrung häufig fehler­haft, womit die Wider­spruchs­frist nie begonnen hatte und daher dem Vertrag auch nach vielen Jahren beziehungsweise noch wider­sprochen werden kann. Richtig wäre gewesen, über den Fristbeginn und die Dauer schriftlich und drucktechnisch hervorgehoben zu informieren.

Welche Voraussetzungen müssen für einen erfolgreichen Widerspruch erfüllt werden:

So machen Sie Ihre Ansprüche geltend

Es ist sinnvoll, dass Sie, bevor Sie sich an Ihren Versicherer wenden, selbst prüfen oder am besten prüfen lassen, ob Sie beim Abschluss Ihres Lebens- oder Rentenversicherungsvertrages korrekt über Ihr Widerspruchsrecht belehrt wurden beziehungsweise ob Sie die nötigen Vertragsunterlagen erhalten haben. Die unterschiedlichen Texte der Widerspruchsbelehrungen sind vielfältig und sind im Einzelfall zu prüfen.

Erfahrungsgemäß reagieren Versicherer auf Widersprüche naturgemäß erstmal abwehrend. Die Praxis zeigt, dass Versicherer zu geringe Beträge zurückzahlten, auf Verjährungen pochen, den Widerspruch erst gar nicht akzeptierten oder ihn als eine Kündigung behandeln. Davon sollten sich die Versicherten nicht verunsichern lassen. Die Rechtslage ist meist eindeutig.

Um festzustellen, ob ein Widerspruch Aussicht auf Erfolg hätte und wenn ja, in welcher Höhe Ansprüche bestehen, ist es ratsam, professionelle Beratung einzuholen. Zum einen empfiehlt sich anwaltlicher Rat. Eine Rechts­schutz­versicherung deckt in der Regel die anwalt­liche Unterstüt­zung ab. Zum anderen empfiehlt es sich, Hilfe bei unabhängigen Spezialisten des Versicherungswesens einzuholen. Die Versicherungsexperten von LVoptimal.de prüfen Ihre Verträge zur Lebensversicherung oder Rentenversicherung bis ins Kleingedruckte und finden auch versteckte Fehler und Unstimmigkeiten und stehen Ihnen über den gesamten Prozess beratend zur Seite.

Wie viel Geld erhalte ich aus der Rückabwicklung meiner Renten- bzw. Lebensversicherung?

Die Rückzahlung bei erfolgreich eingelegten Widersprüchen besteht aus zwei Komponenten. Einmal aus den eingezahlten Beiträgen und – was schwerer wiegt – zusätzlich aus den Zinsen, die der Versicherer mit Ihren Beiträgen erwirtschaftet hat. Letzteres wird als Nutzungsentschädigung bezeichnet. In den meisten Fällen liegen diese Zinsen höher als die bisher erzielte Rendite Ihrer Lebens- bzw. Rentenversicherung. Zinshöhen von beispielsweise 4 Prozent und höher werden hier angesetzt. Zudem muss der Versicherer auch die Abschluss- und Verwaltungskosten erstatten. Hier werden allerdings keine Zinsen fällig, ebenso wenig wie auf den Risikoanteil oder ggf. den Berufsunfähigkeitsschutz der Versicherung. Wie hoch genau der Zinssatz angesetzt werden muss, entscheidet erst eine individuelle Prüfung.

Diverse kostenfreie Online-Rechner zum Beispiel bei Verbraucherzentralen geben einen ersten Hinweis auf die erwartbare Höhe des Rückabwicklungsanspruchs, aber auch zu den eingezahlten Leistungen, dem Risikoanteil und der Höhe der von der Versicherung mit Ihren Beiträgen erwirtschafteten Beträge. Hier müssen Sie nur relevante persönliche Daten und allgemeine Daten zu Ihrem Vertrag, den Konditionen und ggf. Risikoleistungen angeben.

Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen gibt es seit 2015 eine entscheidende Änderung: Bei einer Rückabwicklung muss sich der Kunde auch Verluste seiner Fonds anrechnen lassen. Damit wird die Rückabwicklung deutlich weniger attraktiv, wenn der Sparer eine Fondspolice hat, die sich schlecht entwickelt hat. Hier ist die Begründung, dass der Versicherte ein Produkt gewählt hat, bei dem die Versicherungsleistung – abgesehen von der Todesfallleistung – nicht festgelegt ist, sondern vom schwankenden Wert des Fondsguthabens abhängt. Der Versicherte trägt also das alleinige Verlustrisiko – auch, wenn der Versicherungsvertrag rückabgewickelt wird.

Auch wenn Sie Ihren Vertrag bereits gekündigt oder beitragsfrei gestellt haben, können Sie sich durch einen Widerspruch eine Nach­zahlung sichern. Ist dieser erfolgreich, erhalten Sie nach­träglich die Differenz aus dem Rück­kaufs­wert und den Ansprüchen aus der Rück­abwick­lung.

Warum sollte ich dem Vertrag nicht wider­sprechen oder einfach kündigen?

Auch wenn Sie wissen, dass ein Widerspruch der Lebensversicherung erfolgreich wäre, lohnt es zu prüfen, ob die Fortsetzung des Vertrages nicht doch die bessere Option ist. Altverträge bieten nämlich in aller Regel eine, gemessen an heutigen Verhältnissen, sehr gute Verzinsung von bis zu vier Prozent und werden häufig noch komplett steuerfrei ausgezahlt. Für diejenigen, die Probleme haben, die monatlichen Beiträge zu zahlen oder die eine größere Anschaffung damit finanzieren möchten, ist diese rechtliche Entwicklung ein Glücksfall.

Die Lebensversicherung zu kündigen ist gerade bei älteren Verträgen in aller Regel nicht empfehlenswert, da der Versicherer hohe Abschläge für Verwaltungs- und Abschlusskosten abzieht und der ausgezahlte Rückkaufswert gering ist. Besser ist es hier, die Lebens- beziehungsweise Rentenversicherung zu verkaufen oder beitragsfrei zu stellen.

Fazit

Wenn Sie Inhaber einer Lebens- oder Rentenversicherung sind, bei der die Widerrufsbelehrung nachweislich fehlerhaft war, haben Sie gute Chancen auf einen erfolgreichen Widerruf und die Rückabwicklung Ihres Vertrags. Das betrifft nicht nur aktuell laufende, sondern auch bereits gekündigte, ausgelaufene oder beitragsfrei gestellte Verträge. Diverse Urteile räumen den Verbrauchern immer mehr Rechte ein, sodass sie auf die Erstattung sämtlicher eingezahlter Beiträge zuzüglich Zinsen und der geleisteten Abschluss- und Verwaltungskosten hoffen können.

Da die Lebensversicherer noch eine wahre Widerspruchsflut befürchten müssen, sollten Verbraucher darauf gefasst sein, dass der Widerspruch nicht sofort akzeptiert wird und sich von Fachanwälten oder Versicherungsexperten wie LVoptimal.de beraten lassen. Allerdings sollten gerade Versicherte mit einem älteren Vertrag gut überlegen beziehungsweise genauestens durchrechnen, ob Sie ihre Versicherung angesichts der guten Verzinsung nicht doch behalten.