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Viele Lebens- oder Rentenversicherungen lohnen sich heute nicht mehr. Zum einen liegt das an den Zinssituationen, zum anderen aber auch an schlechten Produkten oder falscher Produktauswahl. Die Fehler der Vergangenheit führten zu massenhaft schlechten Sparverträgen. Wir zeigen anhand einer Generali/ Proxalto – Lebensversicherung, wie unser Kunde fast 9.000 Euro Mehrwert erzielt hat.

Warum wird die Generali in einem Atemzug mit der Proxalto AG genannt?

Die Generali – Lebensversicherung hat mit dem Vertrieb von Policen eine Gewinnabsicht gehabt. Der Versicherer wollte damit Geld verdienen. Im Rahmen der Niedrigzinsphase war es nicht mehr möglich, bestimmte Verträge lukrativ im Bestand zu führen. Deswegen hat die Generali eine große Anzahl an Verträgen an die Proxalto AG zur Abwicklung verkauft. Im Endeffekt haben die Kunden Verträge der Generali gekauft, weil damit eine finanzielle Sicherheit gewünscht war. Durch den Verkauf wurde das finanzielle Interesse der Generali über die Sicherheit der Kunden gestellt. Ungefähr vier Millionen Verträge sind in den Bestand der Proxalto AG übergeben worden. Wer heute Proxalto AG Kunde ist, hat wahrscheinlich einen Vertrag, der kaum Erträge bringt und deswegen überprüft werden sollte.

Wie können Verträge entstehen, die sich für Kunden nicht lohnen?

Im Juni 2004 hat unser Kunde über die Commerzbank eine Generali-Lebensversicherung auf Zinsbasis zur Altersvorsorge abgeschlossen. Die Bankangestellten agierten als Vertriebspartner des Versicherers. Häufig waren in Banken keine richtigen Versicherungskaufleute beschäftigt, sondern normale Bänker, die über Produktverkäufe, Erträge (Provisionen) für die Bank verdienen sollten.

Damals war der Kunde bereits 50 Jahre alt. Diese Information ist wichtig, weil für ältere Kunden der Abschluss einer Lebensversicherung mit höheren Risikokosten verbunden ist. Daran können Sie ableiten, wie sinnfrei beraten wurde. Ein Todesfallschutz kostet Geld und schmälert zwangsläufig die mögliche Rendite. Je älter ein Kunde bei Abschluss ist, desto höher die Risikokosten des Vertrages.

Es war kein Todesfallschutz notwendig. Eine Generali-Rentenversicherung wäre bezüglich der Risikokosten sicher die bessere Wahl gewesen. Der Kunde wusste es aber nicht besser und hat den Beratern der Commerzbank vertraut. Vermutlich ist Vertrauen der Hauptgrund, warum Policen von Kundenseite ungeprüft abgeschlossen werden. Rückblickend ist die Produktwahl aber zweitrangig, weil die Absenkung des Zinsniveaus beiden Vertragsarten schwer zugesetzt hat.

Zusammenfassend haben wir hier aber gleich mehrere Defizite:

  1. Es wurde eine Lebensversicherung gewählt. Der Todesfallschutz wird vom ersten Tag an gewährt und kostet deshalb einen Teil der Beiträge. Das Produkt Lebensversicherung war von Vertragsbeginn an falsch. Sie können bei Ihren Verträgen selber prüfen, ob ein Todesfallschutz besteht. Brauchen Sie diesen Schutz? Wenn nicht, war die Beratung bei Ihnen auch nicht richtig.
  1. Es wurde ein Vertrag gewählt, der das Geld auf Zinsbasis anlegt. Diese Policen werden auch als klassische Lebensversicherung oder Deckungsstock-Policen bezeichnet. Es gibt keine Zinsen mehr und damit keine nennenswerten Gewinne. Häufig haben Riester-Renten noch die Garantie, keinen Verlust machen zu können. In diesem Fall ist der Vertrag völlig sinnfrei.
  1. Der Garantiezins liegt bei jährlich 2,75 %. Dieser Zins wird nicht auf die eingezahlten Beiträge gewährt, sondern auf die Beiträge abzüglich Kosten. Deshalb ist die tatsächliche Verzinsung auf die gezahlten Beiträge deutlich niedriger. Kennen Sie die Kosten Ihres Vertrages? Addieren Sie alle Beiträge, die Sie über die gesamte Laufzeit zahlen, hat der Vertrag den Wert eines Autos. Würden Sie ein Auto kaufen, bei dem Sie nicht den Spritverbrauch kennen?
  1. Der Vertrag ist dynamisiert. Jede Dynamikerhöhung ist rechtlich ein Neuabschluss und löst Abschluss- und Vertriebskosten aus. In den letzten 15 Vertragsjahren häufig eine Nullnummer. Setzen Sie, auch wenn die Dynamikerhöhung lukrativ erscheinen, alle Erhöhungen aus.

Der Kunde hat nun mehrmals versucht, mit der Generali zu sprechen und rauszufinden, ob sich der Vertrag lohnt. Die Antworten des Versicherers waren für den Kunden immer ungenau und unpräzise. Weder die Commerzbank noch der Versicherer haben wunschgemäß weitergeholfen. Deshalb hat der Kunden Kontakt zu uns aufgenommen. Wir haben 20 Jahre Erfahrung in der Kommunikation mit Versicherern und haben den Vorgang übernommen.

Lohnen sich die Verträge bei Generali/ Proxalto – Lebensversicherung noch?

Die Antwort ist nicht einfach und erfordert Geduld beim Studieren der umfangreichen Unterlagen. Oftmals verwendet der Versicherer auch Formulierungen, die nicht selbsterklärend sind. Es ist sicherlich auch unbestritten, dass Kunden, die etwas nicht verstehen, nicht gewillt sind etwas zu ändern. Mit anderen Worten: Klare Aussagen führen dazu, dass Kunden kündigen, wenn Verträge nicht laufen. Das kann nicht im Interesse der Versicherungswirtschaft sein. Wir haben alle Vertragsunterlagen eingeholt und ausgewertet. Ende 2019 hat die Generali folgende Werte ausgewiesen:

Der Kunde hat für fast 16 Jahre einen Garantiezins von 2,75% erhalten. Der Rückkaufswert ist 168,40 Euro geringer als die eingezahlten Beiträge. Der Vertrag wird bei Kündigung einen Verlust erzeugen. Der Verlust kommt zustande, weil der Versicherer hohe Kosten berechnet.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn Lebensversicherungen nicht laufen?

Erst mal ist festzustellen, dass sich der Vertrag für den Kunden nicht lohnt und sich vermutlich auch nie lohnen wird. Es ist nicht sinnvoll, weiterhin Geld zu investieren. Ist das Pferd tot, steigt ab.

Damit ergeben sich drei Optionen für Ihren Vertrag:

  1. Vertrag wird beitragsfrei gestellt:

Das ändert nicht viel an den Kosten. Kosten berechnen sich oftmals vom Vertragswert und nicht nur von den laufenden Beiträgen. Es gibt keine nennenswerten Zinszuwächse und die Kosten reduzieren den Ertrag deutlich.

  1. Der Vertrag wird gekündigt.

Diese Option besteht immer und ist auch immer möglich. In der Regel kann im Rahmen der Beitragszahlungsperiode (monatlich) gekündigt werden. In diesem Fall bedeutet die Kündigung ein finanzieller Verlust.

  1. Der Vertrag wird widerrufen.

Ein Vertragswiderruf ist komplex und umfasst viel Fleißarbeit. Es muss geprüft werden, welche Klauseln vereinbart waren und ob der Versicherer Fehler gemacht hat. Anschließend wird das Thema mit dem Versicherer diskutiert. Einsichtig sind damit die Versicherer nicht.

Warum ist der Widerruf des Vertrages besser als die klassische Kündigung?

Sie erinnern sich an die Vertragskosten? Wenn ein Vertrag widerrufen wird, ist der Vertrag von Vertragsbeginn ungültig. Das bedeutet für Sie, dass der Versicherer die Beiträge verzinst erstatten muss. Die Kosten fallen kaum noch ins Gewicht. Lediglich die Risikokosten darf der Versicherer einbehalten. Ist der Widerruf erfolgreich, ist der Mehrwert enorm.

Wir haben den Vertrag bei der Generali erfolgreich wiederrufen. Die heutige Proxalto Lebensversicherung zahlt den Vertrag aus.

Der Vertrag, der bisher keine Rendite erzeugt hat, ist mit sofortiger Wirkung beendet. Der Versicherer zahlt die eingezahlten Beiträge plus 7.618,63 Euro Mehrwert aus. Auf die 14 Jahre Laufzeit berechnet, entspricht das einem Wertzuwachs von ca. 28%. Der Mehrwert zur Kündigung beträgt sogar 8.684,76 Euro. Das Geld wurde im Februar 2020 an den Kunden ausgezahlt.

Die Summe der Auszahlung übersteigt sogar die Summe, die der Kunde erhalten hätte, wenn er für 5 Jahre weitergespart hätte. Die Beiträge bringen keinen Wertzuwachs mehr. Vermutlich auch der Grund, warum Generali die Verträge verkauft hat.

Haben Sie auch alte Lebens- und Rentenversicherungen? Wir prüfen gerne unverbindlich, welche Optionen Ihnen zur Verfügung stehen.